Postkartenmotive von Bendorf/Rhein


Aus der Foto-Sammlung der GGH und W. Kutsche
kommentiert von Hans Scharfenstein † und Karl Ley
Erstveröffentlichung in Bendorfer-Zeitung
neu bearbeitet von W. Kutsche

Die Vallendarer Straße um 1910.

Auf dieser Aufnahme sehen wir noch einen Teil des Baches, der zur Straßenseite mit einem Geländer abgesichert war. An der Mauer von Remys Garten führte ein Fußweg entlang, der zum Bach hin aber ungesichert war, und - wie überliefert - manchem Zecher zu einem unfreiwilligen Bad verhalf. Auch dieses Fleckchen Bendorfs ist äußerst historisch, stand doch dort seit alter Zeit das sogenannte "Rheintor" der Bendorfer Stadtbefestigung, durch das der ganze Verkehr in Richtung Vallendar oder umgekehrt, floß. Auch die Gebäude, nämlich das Stammhaus der Familie Remy - 1747 und die Reformierte Kirche 1773/74 erbaut - haben historische Bedeutung. Wie wir wissen, weilte hier auch 1774 für kurze Zeit unser Dichterfürst Johann Wolfgang Goethe. Bei den Kämpfen am 2. Juli 1796 zwischen Österreichern und Franzosen um unser Heimatstädtchen tobten an dieser Stelle heftige Gefechte, wobei das Remyhaus über hundert Treffer von Gewehrkugeln abbekam. Als im Spätherbst 1813 Bendorf von russischen Truppen besetzt wurde, versuchten Kosaken mit ihren Pferden in das Remyhaus einzudringen, um es zu verwüsten. Ein mutiger Bendorfer - der russischen Sprache mächtig - verhinderte diese sinnlose Tat. Rechts das Haus des Arztes Dr. Esch, das nachmalig lange im Besitz der Familie Dr. Langenberg war.