Postkartenmotive von Bendorf/Rhein


Aus der Foto-Sammlung der GGH und W. Kutsche
kommentiert von Hans Scharfenstein † und Karl Ley
Erstveröffentlichung in Bendorfer-Zeitung
neu bearbeitet von W. Kutsche

Der Bahnhof Bendorf um 1900

Die Bahn-Beamten und Gaststätten- Pächter des Bahnhofs Bendorf um 1900. Zu einem der wichtigsten Fortschritte des vorigen Jahrhunderts gehörte auch der Anschluß Bendorfs an die neu errichtete rechtsrheinische Eisenbahnstrecke. Nach dem Erwerb der dafür notwendigen Grundstücke, Hauptsächlich im Flurdistrikt "Im breiten Wasen", wurden 1868/69 die nötigen Bauten ausgeführt. Die Bahnstrecke wurde am 27. Oktober 1869 dem Verkehr übergeben. Ursprünglich war der Bahnhof im heutigen Gebiet Rheinau - Kastellsiedlung geplant. Einflußreiche Kräfte in der Bürgerschaft (Casinogesellschaft) wehrten sich aber mit Eingaben und Protesten gegen den Standort und verhinderten damit den Bau des Bahnhofs an dieser günstigen Stelle. Einer Strafversetzung gleich, fand er weit vom Flecken entfernt, im äußersten Süden Bendorfs, seinen Platz. Auch der vorgesehene Anschluß der Westerwaldbahn von Bendorf aus wurde damit hinfällig. Er wurde nach Engers verlegt, eine Maßnahme, die ursächlich am Aufschwung von Engers beteiligt war. Mittlerweile ist der Bendorfer Bahnhof stillgelegt, kein Zug hält mehr. Auch die damals so wichtige Westerwaldbahn Engers/Siershahn (Brexbachtal- Bahn) ist inzwichen stillgelegt worden. Mit dem Neubau der ICE-Strecke Köln/Frankfurt, über den Westerwald, ist die Wiederinbetriebnahme der Brexbachtal-Bahn als Zubringer ins Gespräch gekommen.