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Den Ermordeten zur Ehre - den Lebenden zur Mahnung
Das Mahnmal an der Jacoby'schen Anstalt
in Bendorf-Sayn




Rhein-Zeitung Koblenz 6.Nov. 1998

Bendorf - Angst vor Feuer rettete die Synagoge.

Studenten aus Haifa spürten in Bendorf der jüdischen Tradition nach - Schwere Verwüstungen



Elf israelische Studenten aus dem Raum Haifa waren mit ihren Gastgebern nach Bendorf gekommen, um sich über das frühere jüdische Leben in einer Kleinstadt zu informieren. Es war ein Gegenbesuch auf Einladung der Evangelischen Studentengemeinde und Katholischen Hochschulgemeinde Koblenz.

von Otto Schwenkmezger

BENDORF. 60 Jahre ist es her, daß im Nazideutschland über jüdischen Synagogen die Feuer loderten. ,,Hier, in Bendorf, blieb die Synagoge wohl nur wegen der engen Bebauung der Innenstadt vor diesem Schicksal bewahrt", erläuterte Dietrich Schabow als Sachkenner der Geschichte der Juden in Bendorf. Wenn auch keine Brandfackeln flogen, so gab es doch Verwüstungen, und Steine flogen in die Synagoge und das Textilgeschäft Feist an der Ecke Haupt- und Bachstraße.

Schabow wußte von vielen Juden zu berichten, die sich geradezu als patriotische Deutsche fühlten sowie von Zeichen der Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern. Nazihetze und Pogrom machten diesen Verbindungen jedoch am 9. und 10. November 1939 den Garaus. Da war beispielsweise die Geschichte von Dr. Renzel, der sich durch die SA-Absperrung einen Weg bahnte, um den schwerkranken Manfred Cahn zu besuchen. Cahns Beerdigung am 2. April 1939 gestaltete sich zur Demonstration gegen die Machthaber.

Welch lange Tradition das jüdische Leben in Bendorf hat, wurde den jungen Besucherinnen und Besuchern auf dem jüdischen Friedhof bewußt. Urkundlich erwähnt ist er seit 1679. Das älteste noch vorhandene Grab stammt aus dem Jahre 1746. 1913 schenkte Textilhändler Salomon Feist der Kultusgemeinde die Erweiterung um elf Ar und ließ, wohl nach dem um die Jahrhundertwende berühmten Bild ,,die Toteninsel" von Arnold Böck, den Treppenaufgang bauen.

,,Es findet sich nichts Ähnliches in Deutschland", betonte Schabow. Gedrückte Stimmung herrschte unter den Jugendlichen, als sie zum Abschluß im Kemperhof der Salesianer, der einstigen israelischen Heil- und Pflegeanstalt, erfuhren, daß ab dem Jahre 1940 hier für die Juden der Region ein Sammellager eingerichtet war zum Abtransport in die Konzentrationslager. Der bekannte Dichter Jakob van Hoddis (1887-1942) war auch darunter. ,,Dankbarkeit ist unter den israelischen Studenten spürbar, daß sie hier Menschen fanden, die die Geschichte der Juden wachhalten", bemerkten die Leiter der Gruppe, Pfarrer Martin Becker und Rita Welle, beim Abschied.


Nachsatz: Das Synagogengebäude wurde demoliert und zweckentfremdet missbraucht und verfiel nach und nach.
Die jüdische Gemeinde wurde auch in Bendorf ausgelöscht.
Nach dem 2.Weltkrieg wurde das ganze Viertel in den 60er und 70er Jahre baulich verändert. Heute erinnert nur noch eine Erinnerungstafel an den Standort der Synagoge. (D.K.)




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